Frühere Erfahrungen hatten gezeigt, dass die Quartierbewohner von Caracas gut informierte, sachkundige Leute sind und ein fundiertes Verständnis dafür haben, was ihre Gemeinden am nötigsten brauchen, auch wenn sie in Planung und Stadtentwicklung ungeschult sind. So wurde die gesammelte Sachkenntnis der Einwohner, Gemeindevorsteher, Regierungsvertreter und internationalen Berater herangezogen, um einen Entwurf auszuarbeiten, der viele der infrastrukturellen und sozialen Probleme angehen würde, und zwar aus der Sicht «von oben nach unten» so gut wie aus der «von unten nach oben».
Die Drahtseilbahn ist Bestandteil des Metrosystems von Caracas. Die Anlage ist 2.1 km lang und mit 8-Personen-Gondeln bestückt. Die Transportkapazität liegt bei 1’200 Passagieren pro Stunde in beiden Richtungen. Zwei Stationen befinden sich im Tal und sind unmittelbar ins öffentliche Verkehrsnetz von Caracas eingebunden. Drei weitere Haltestellen reihen sich dem Hügelrücken entlang und besetzen Standorte, die öffentlich zugänglich sind, die hergebrachten Fussgängerflüsse berücksichtigen und als Bauplätze zu haben waren, ohne dass dem Neubau allzu viele Wohnhäuser weichen mussten. Zu den Stationen gehören auch kulturelle, soziale und administrative Einrichtungen; neue Wohnstätten als Ersatz für abgerissene Häuser und öffentliche Räume; ausserdem eine Sporthalle, ein Supermarkt und eine Kindertagesstätte sowie Umsteigestellen zum Anschluss der Drahtseilbahn an das städtische Busnetz.
