{"id":904,"date":"2017-06-15T13:02:34","date_gmt":"2017-06-15T11:02:34","guid":{"rendered":"https:\/\/xoxo.capsule.ch\/2017\/06\/15\/resilienz-von-sensiblen-oekosystemen-am-beispiel-trockenwiesen\/"},"modified":"2017-06-15T13:02:34","modified_gmt":"2017-06-15T11:02:34","slug":"resilienz-von-sensiblen-oekosystemen-am-beispiel-trockenwiesen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/xoxo.capsule.ch\/it\/2017\/06\/15\/resilienz-von-sensiblen-oekosystemen-am-beispiel-trockenwiesen\/","title":{"rendered":"Resilienz von sensiblen \u00d6kosystemen am Beispiel Trockenwiesen"},"content":{"rendered":"<p>In der \u00d6kologie beschreibt die Resilienz die F\u00e4higkeit eines \u00d6kosystems, sich von Stress zu erholen. Ist ein System nicht resilient, so k\u00f6nnen Umweltver\u00e4nderungen nicht abgefangen werden, das \u00d6kosystem ver\u00e4ndert sich und verliert gewisse Funktionen und Leistungen. In Zusammenarbeit mit dem Bundesamt f\u00fcr Umwelt (BAFU) wurde die Resilienz von Trockenwiesen und -weiden untersucht. Ihre Gesamtfl\u00e4che hat sich in den letzten Jahren trotz umfangreicher Schutzbem\u00fchungen drastisch verringert.<!--more--><\/p>\n<p>Trockenwiesen und -weiden unterhalb der Waldgrenze existieren nur aufgrund der langj\u00e4hrigen Bewirtschaftung durch den Menschen und erbringen auf den n\u00e4hrstoffarmen, trockenen Standorten \u2013 \u00fcberwiegend S\u00fcdlagen\u00a0\u2013\u00a0nur einen geringen Ertrag. Die Intensivierung der Landwirtschaft, die Bebauung von attraktiven Wohnlagen an S\u00fcdh\u00e4ngen, Ersatzaufforstungen f\u00fcr Bauten und Anlagen sowie die Nutzungsaufgabe und Verbuschung in abgelegenen Gebieten f\u00fchren zu einem R\u00fcckgang und einer verst\u00e4rkten Fragmentierung dieser aussergew\u00f6hnlich artenreichen \u00d6kosysteme. Trockenwiesen sind nicht nur aufgrund des Fl\u00e4chenverlustes direkt gef\u00e4hrdet, sondern auch durch die Auswirkungen der Fragmentierung, die auf den verbleibenden Fl\u00e4chen zu einem Artenschwund f\u00fchrt. Fragmentierung beschreibt die Anzahl, Form, Gr\u00f6sse und Vernetzung der Fl\u00e4chen. Ein hoher Fragmentierungsgrad erschwert den Austausch zwischen den Populationen und erh\u00f6ht die Verwundbarkeit.<\/p>\n<p>Trockenwiesen erbringen vielf\u00e4ltige f\u00fcr den Menschen nutzbare Leistungen \u2013 sogenannte \u00d6kosystemleistungen \u2013 wie die Bereitstellung von Futter und sauberem Trinkwasser, CO<sub>2<\/sub>-Speicherung und Erholungsm\u00f6glichkeiten. Diese Leistungen sind stark abh\u00e4ngig von der Vielfalt der vorkommenden Arten und damit von der Vernetzung der Fl\u00e4chen, so dass eine Fragmentierung deutliche Effekte auf die Leistungen der Trockenwiesen aus\u00fcbt. In einem <a href=\"http:\/\/www.irl.ethz.ch\/plus\/people\/agrtrega\/2013_Land_Ecol\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Forschungsvorhaben<\/a> wurde untersucht, wie die \u00d6kosystemleistungen auf ver\u00e4nderte Landnutzungen und damit einhergehender Fragmentierung der Fl\u00e4chen reagieren. Die Kernfrage war, welchen Fragmentierungsgrad Trockenwiesen ertragen um noch Leistungen bereitzustellen, d.h. \u00fcber welche Resilienz Trockenwiesen verf\u00fcgen. Es zeigte sich, dass der durchschnittliche Fragmentierungsgrad seit dem Jahr 2000 im Untersuchungsgebiet weiter zugenommen hat, was sich auf die Bereitstellung der \u00d6kosystemleistungen negativ auswirkt. F\u00fcr die Leistungen konnte ein Schwellenwert (\u00abtipping point\u00bb) bestimmt werden, ab dem diese nicht mehr erbracht werden konnten, das System also nicht mehr resilient ist. Die Abnahme der Leistungen erfolgt schlagartig am tipping point auch bei nur noch m\u00e4ssiger Zunahme der Fragmentierung (vgl. Abbildung). Der starke Einfluss der Fragmentierung macht deutlich, dass Schutzbem\u00fchungen sich auf eine gezielte Vernetzungsstrategie und die Sicherung der Fl\u00e4chenmindestgr\u00f6sse konzentrieren sollten. Nur so kann der fortlaufende Verlust der \u00d6kosystemleistung unterbunden werden.<\/p>\n<p><i><a href=\"mailto:rabes@ethz.ch\" target=\"_self\">Sven-Erik Rabe<\/a>\u00a0und\u00a0<a href=\"mailto:weibel@nsl.ethz.ch\" target=\"_self\">Bettina Weibel<\/a>\u00a0sind wissenschaftliche Mitarbeitende an der Professur f\u00fcr Planung von Landschaft und Urbanen Systemen (PLUS), Institut f\u00fcr Raum- und Landschaftsentwicklung der ETH Z\u00fcrich.<\/i><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der \u00d6kologie beschreibt die Resilienz die F\u00e4higkeit eines \u00d6kosystems, sich von Stress zu erholen. 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