{"id":8257,"date":"2023-11-19T10:28:22","date_gmt":"2023-11-19T09:28:22","guid":{"rendered":"https:\/\/xoxo.capsule.ch\/2023\/11\/19\/zwischen-wolkenkratzern-und-zustimmung-ueber-akzeptanz-fuer-urbane-verdichtung-aus-raumplanerischer-perspektive\/"},"modified":"2025-04-23T17:32:20","modified_gmt":"2025-04-23T15:32:20","slug":"zwischen-wolkenkratzern-und-zustimmung-ueber-akzeptanz-fuer-urbane-verdichtung-aus-raumplanerischer-perspektive","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/xoxo.capsule.ch\/it\/2023\/11\/19\/zwischen-wolkenkratzern-und-zustimmung-ueber-akzeptanz-fuer-urbane-verdichtung-aus-raumplanerischer-perspektive\/","title":{"rendered":"Zwischen Wolkenkratzern und Zustimmung? \u00dcber Akzeptanz f\u00fcr urbane Verdichtung aus raumplanerischer Perspektive"},"content":{"rendered":"<p>Seit in Kraft treten des revidierten Raumplanungsgesetzes (RPG) auf 1. Mai 2014 sind alle 26 Schweizer Kantone und \u00fcber 2130 Gemeinden dazu verpflichtet, ihre \u00abSiedlungsentwicklung nach innen\u00bb zu lenken. Politik und Beh\u00f6rden m\u00fcssen folglich ihre bestehenden Siedlungen verdichten, um Zersiedlung zu verhindern und den Fl\u00e4chenverbrauch pro Kopf zu reduzieren. Doch wie k\u00f6nnen sie dieses politische Ziel in der t\u00e4glichen Raumplanungspraxis nachhaltig umsetzen, und was hat das mit Akzeptanz zu tun? Darum geht es in diesem Artikel.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h3>Akzeptanz als Voraussetzung f\u00fcr nachhaltige Verdichtung<\/h3>\n<p>Die Umsetzung der \u00abSiedlungsentwicklung nach innen\u00bb stellt kommunale Planungsbeh\u00f6rden vor komplexe, soziopolitische Herausforderungen: Zum Beispiel, wenn Grundeigent\u00fcmer:innen eine geplante Innenentwicklung aufgrund bef\u00fcrchteter Eigentumseinschr\u00e4nkungen blockieren oder wenn Nachbar:innen aufgrund schwindender Aussicht oder Baul\u00e4rm Einsprache gegen ein geplantes Verdichtungsprojekt erheben. Gr\u00fcnde, die auf fehlende Akzeptanz seitens Beteiligter f\u00fcr Verdichtung hinweisen und teils zu langen Bauverz\u00f6gerungen f\u00fchren. Und weswegen diese involvierten Parteien ein \u2013 seitens Beh\u00f6rden h\u00e4ufig bereits bewilligtes Bauprojekt \u2013 dennoch ablehnen.<\/p>\n<p>Kommunale Planungsbeh\u00f6rden k\u00f6nnen solchen Widerstandsbewegungen durch Grundeigent\u00fcmer:innen oder Nachbarschaftsparteien aber fr\u00fchzeitig vorbeugen. Dies, indem sie sich strategisches Wissen dar\u00fcber aneignen, wie sie Verdichtungsprojekte proaktiv planen und gestalten k\u00f6nnen, sodass diese auf lokale Akzeptanz stossen. Im Endeffekt erh\u00f6ht ein solches strategisches Vorgehen die Effektivit\u00e4t der Raumplanung \u2013 sprich, dass Innenentwicklung nicht nur politisch gefordert, sondern in der t\u00e4glichen Raumplanungspraxis auch tats\u00e4chlich umgesetzt werden kann. Gleichzeitig f\u00fchren politische und planerische Massnahmen zur Erh\u00f6hung der Akzeptanz f\u00fcr Verdichtung dazu, dass langwierige Einsprache- und Baubewilligungsverfahren fr\u00fchzeitig verhindert werden. Die Interessen, Bed\u00fcrfnisse und Anliegen verschiedener am Projekt beteiligter Parteien werden stattdessen proaktiv in den Raumplanungsprozess miteinbezogen.<\/p>\n<h3>Was tr\u00e4gt zur Akzeptanz der Bev\u00f6lkerung f\u00fcr Verdichtung bei?<\/h3>\n<p>Doch was genau f\u00fchrt aus der Sicht der Bev\u00f6lkerung zur Erh\u00f6hung der Akzeptanz urbaner Verdichtung? Im vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF) gef\u00f6rderten <a href=\"https:\/\/spur.ethz.ch\/de\/research-overview\/spatial-planning-and-development\/-densifying.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Forschungsprojekt \u00abDensifying Switzerland\u00bb<\/a>, an der <a href=\"https:\/\/spur.ethz.ch\/de\/team.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Professur f\u00fcr Raumentwicklung und Stadtpolitik (SPUR)<\/a> der ETH Z\u00fcrich, gehen wir dieser Frage nach. In einem Umfrageexperiment im Fr\u00fchling 2023 in den 162 statistischen St\u00e4dten der Schweiz (4.12 Mio. Bewohnende), nahmen insgesamt 3&#8217;388 Personen teil. In der repr\u00e4sentativen Umfrage wurden die Teilnehmer:innen zu unterschiedlichen, hypothetischen Vorschl\u00e4gen f\u00fcr Verdichtungsprojekte befragt. Dabei konnten sie bestimmten Attributen zustimmen oder diese ablehnen wie z.B. den Verdichtungsgrad, den Nutzungsmix oder die H\u00f6he der Mieten des vorgeschlagenen Projekts. Daraus abgeleitet und errechnet wurden diejenigen Attribute, die bei den Teilnehmer:innen zu signifikant h\u00f6heren bzw. tieferen Akzeptanzwerten f\u00fcr urbane Verdichtungsprojekte f\u00fchrten.<\/p>\n<h3>\u00d6kologische und soziale Begleitmassnahmen erh\u00f6hen die Akzeptanz von Verdichtung<\/h3>\n<p>Aus den Resultaten des Umfrageexperiments (Wicki et al., 2024, wird im Januar 2024 erscheinen) geht hervor, dass \u00f6kologische und soziale Begleitmassnahmen die Akzeptanz urbaner Verdichtung aus der Sicht der Bev\u00f6lkerung erh\u00f6hen. Aber was genau bedeutet das? Wie k\u00f6nnen Stadtplaner:innen und Grundeigent\u00fcmer:innen \u00f6kosozial planen und verdichten? Hier einige Antworten darauf aus raumplanerischer und akteursbezogener Perspektive (Abb.1; Tab.1):<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<figure id=\"attachment_21717\" aria-describedby=\"caption-attachment-21717\" style=\"width: 760px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/xoxo.capsule.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/Tabelle.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-21717\" src=\"https:\/\/xoxo.capsule.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/Tabelle.jpg\" alt=\"Tabelle mit Informationen (Text) zu: Prozessuale und aktive, bodenpolitische Massnahmen zur Erh\u00f6hung der Akzeptanz f\u00fcr Verdichtung \u00a9 Gabriela Debrunner, ETH Z\u00fcrich\" width=\"760\" height=\"663\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-21717\" class=\"wp-caption-text\">Prozessuale und aktive, bodenpolitische Massnahmen zur Erh\u00f6hung der Akzeptanz f\u00fcr Verdichtung \u00a9 Gabriela Debrunner, ETH Z\u00fcrich<\/figcaption><\/figure>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em><a href=\"https:\/\/xoxo.capsule.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/Gabriela-Debrunner.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-21713\" src=\"https:\/\/xoxo.capsule.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/Gabriela-Debrunner.jpg\" alt=\"\" width=\"110\" height=\"121\" \/><\/a><a href=\"https:\/\/irl.ethz.ch\/de\/people\/stl-members\/dr--gabriela-debrunner.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Gabriela Debrunner<\/a>, Dr.sc.nat., ist promovierte Geographin und Umweltsozialwissenschaftlerin mit Fokus Stadt- und Raumplanung. Sie arbeitet als Postdoktorandin und Research Associate am Institut f\u00fcr Raum- und Landschaftsentwicklung IRL der ETH Z\u00fcrich. In ihrer Funktion ist sie am Lehrstuhl f\u00fcr Raumentwicklung und Stadtpoli-tik SPUR assoziert. In ihrer Forschung besch\u00e4ftigt sich Gabriela Debrunner mit der Frage, wie der Sozialraum Stadt funktioniert \u2013 mit der Brille des Urban-Governance-Ansatzes: Also der Frage, wie Akteure aktiv und strategisch Einfluss nehmen k\u00f6nnen auf die sie umgebende r\u00e4umliche Entwicklung.<\/em><\/p>\n<p><em>Bevor sich Dr. Gabriela Debrunner der ETH Z\u00fcrich anschloss, sammelte sie vielseitige Erfahrungen im Privat-, \u00d6ffentlichen und Non-Profit-Sektor. Nebst ihrer T\u00e4tigkeit im Raumplanungsb\u00fcro (\u00abIVO Innenentwicklung AG\u00bb), arbeitete sie f\u00fcr die Regionalplanung Z\u00fcrich und Umgebung (\u00abRZU\u00bb), das Stadtplanungsamt Winterthur sowie f\u00fcr die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft f\u00fcr die Berggebiete und l\u00e4ndlichen R\u00e4ume (\u00abSAB\u00bb). Seit Oktober 2022 ist sie zudem selbstst\u00e4ndig in unterschiedlichen Raumentwicklungs-Mandaten t\u00e4tig.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit in Kraft treten des revidierten Raumplanungsgesetzes (RPG) auf 1. Mai 2014 sind alle 26 Schweizer Kantone und \u00fcber 2130 Gemeinden dazu verpflichtet, ihre \u00abSiedlungsentwicklung nach innen\u00bb zu lenken. Politik und Beh\u00f6rden m\u00fcssen folglich ihre bestehenden Siedlungen verdichten, um Zersiedlung zu verhindern und den Fl\u00e4chenverbrauch pro Kopf zu reduzieren. 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