{"id":2236,"date":"2017-11-07T15:14:07","date_gmt":"2017-11-07T14:14:07","guid":{"rendered":"https:\/\/xoxo.capsule.ch\/2017\/11\/07\/die-alpen-als-common-ground\/"},"modified":"2025-04-23T15:38:33","modified_gmt":"2025-04-23T13:38:33","slug":"die-alpen-als-common-ground","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/xoxo.capsule.ch\/it\/2017\/11\/07\/die-alpen-als-common-ground\/","title":{"rendered":"Die Alpen als \u00abCommon Ground\u00bb"},"content":{"rendered":"<p>Durch den Ausbau der Erschliessungsstruktur werden die Alpen immer st\u00e4rker in die urbanen Netzwerke der umliegenden Metropolen eingebunden. Dies erm\u00f6glicht einerseits die Nutzung der Alpen als metropolitane Parklandschaft. Andererseits werden die Alpenrandzonen sowie die tiefliegenden Alpent\u00e4ler zu attraktiven metropolitanen Siedlungsgebieten.\u00a0<!--more--><\/p>\n<h3><b>Transformation der alpinen Landschaft<\/b><\/h3>\n<p>Bez\u00fcglich der aktuellen Nutzung der alpinen Landschaft lassen sich im Zuge dieser Entwicklungen vier prim\u00e4re Ph\u00e4nomene feststellen: 1)\u00a0Der R\u00fcckgang und die fl\u00e4chenm\u00e4ssige Konzentration der landwirtschaftlichen Nutzung und somit der R\u00fcckgang der Pflege der Landschaft; 2)\u00a0Die Verbrachung wird zu einem entscheidenden Faktor und ver\u00e4ndert das kulturlandschaftlich diverse Bild der Alpen: \u00abDie Waldfl\u00e4che (unter Einbezug der verbuschten Fl\u00e4chen) hat sich in den letzten hundert Jahren in den Alpen verdoppelt.\u00bb (B\u00e4tzing,\u00a0Werner (2015):\u00a0Zwischen Wildnis und Freizeitpark. Eine Streitschrift zur Zukunft der Alpen.\u00a0Z\u00fcrich:\u00a0Rotpunktverlag. S.23.); 3)\u00a0Im Gegensatz zur landwirtschaftlichen Nutzung nimmt die urbane Nutzung der alpinen Landschaft tendenziell zu oder stagniert auf hohem Niveau und konzentriert sich r\u00e4umlich immer st\u00e4rker auf ausgew\u00e4hlte touristische Zentren, die sich zu regelrechten Freizeitlandschaften transformieren.; 4)\u00a0Eine weitere urbane Nutzung der Alpen, die stark zunimmt, ist die Nutzung als Infrastrukturlandschaft. Der Bau von grossen Energie- und Transportinfrastrukturen stellen eine neue \u00c4ra in der \u2013 haupts\u00e4chlich unterirdischen \u2013 Erschliessung und Nutzbarmachung der Alpen dar. Diese zunehmende Urbanisierung des Untergrunds geht mit einer beispiellosen Dimension k\u00fcnstlicher Erdbewegungen einher, die zu einer massgeblichen \u00dcberformung der sichtbaren Landschaft f\u00fchren.<\/p>\n<p>Ausgehend vom Status quo und den beschriebenen Ph\u00e4nomenen besteht im Hinblick auf die Frage nach der zuk\u00fcnftigen Entwicklung der alpinen Landschaft die Tendenz zu einer verst\u00e4rkten Ausbildung der sich heute schon abzeichnenden r\u00e4umlichen Gegens\u00e4tze: Die Nutzungsintensivierung der gut erreichbaren Alpengebiete steht in zunehmendem Kontrast zur extensiveren Nutzung bis hin zur Verbrachung der \u00fcbrigen alpinen Regionen. Dies w\u00fcrde im Extremfall zu einem Verlust der Alpen als eigenst\u00e4ndigem Kultur-, Lebens- und Wirtschaftsraum f\u00fchren und die Alpenrandgebiete zu reinen Erg\u00e4nzungsr\u00e4umen der ausseralpinen Metropolen werden lassen.<\/p>\n<h3><b>Die Alpen als zentrale Landschaftsfigur<\/b><\/h3>\n<p>Betrachtet man die Alpen als Common Ground der umliegenden Metropolen ergibt sich eine alternative Lesart respektive er\u00f6ffnet sich ein Potential bez\u00fcglich der zuk\u00fcnftigen Entwicklung der Alpen. Unter der Annahme eines verst\u00e4rkten Siedlungswachstums entlang des Alpenrandes und dessen urbaner Verdichtung w\u00fcrden die Alpen nicht mehr nur zu partiell zugeordneten, metropolitanen Parklandschaften, sondern zur zentralen Landschaftsfigur. Liest man die Alpen als Common Ground und somit als von verschiedenen Nutzerinnen und Nutzern beanspruchte Ressource, k\u00f6nnte deren Zukunft in einem gemeinschaftlich neu ausgehandelten, nachhaltigen Nutzungsverh\u00e4ltnis bestehen, das traditionelle landwirtschaftliche (endogene) Nutzungen mit ausseralpinen, urbanen (exogenen sowie ubiquit\u00e4ren) Nutzungen kombiniert und \u00fcberlagert und so letztlich einen verantwortungsvollen Umgang mit der Ressource der alpinen Landschaft erm\u00f6glicht.\u00a0So k\u00f6nnte eine gemeinschaftliche, zentrale Landschaft der umliegenden Metropolitanr\u00e4ume entstehen, die nicht auf traditionellen Bildern und Vorstellungen beharrt, sondern neue Bilder und Bedeutungen schafft und vor allem auch Strategien f\u00fcr den Umgang mit potentialarmen R\u00e4umen entwickeln muss.<\/p>\n\n<h3><i><b>Vorschau zum NSL Kolloquium\u00a0\u00abCommon Water\u00bb<\/b><\/i><\/h3>\n<p><i>Welche Fragestellungen und Herausforderungen sich in diesem Zusammenhang f\u00fcr den Umgang mit dem alpinen Wasser stellen und wie m\u00f6gliche L\u00f6sungsans\u00e4tze aussehen k\u00f6nnten, besprechen Experten im Rahmen des\u00a0<a href=\"https:\/\/www.nsl.ethz.ch\/index.php\/de\/content\/view\/full\/3771\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">NSL Kolloquiums\u00a0\u00abCommon Water \u2013 The Future of an Alpine Resource\u00bb<\/a><\/i><\/p>\n<p><i><a href=\"mailto:kissling@arch.ethz.ch\" target=\"_self\">Thomas Kissling<\/a> ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Professur G\u00fcnther Vogt, Landschaftsarchitektur. Er hat zusammen mit Rebecca Bornhauser am Forschungsprojekt\u00a0<a href=\"https:\/\/www.nsl.ethz.ch\/index.php\/de\/content\/view\/full\/3480\" target=\"_self\">NFP 65 \u2013 Urbane Potentiale und Strategien in metropolitanen Territorien am Beispiel des Metropolitanraums Z\u00fcrich<\/a>\u00a0mitgearbeitet, in dessen Rahmen der oben stehende Text (hier: gek\u00fcrzte Version) entstanden ist.<\/i><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Bilder :\u00a0<\/em><i>2015 \u00a9 Professur G\u00fcnther Vogt, Institut f\u00fcr Landschaftsarchitektur, ETH Z\u00fcrich, Datengrundlagen: <a href=\"https:\/\/www.eea.europa.eu\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">European Environment Agency<\/a>\u00a0(zuletzt aufgerufen am 10. November 2015) und <a href=\"https:\/\/www.protectedplanet.net\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Protected Planet<\/a>\u00a0(zuletzt aufgerufen am 10. November 2015).<\/i><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Durch den Ausbau der Erschliessungsstruktur werden die Alpen immer st\u00e4rker in die urbanen Netzwerke der umliegenden Metropolen eingebunden. Dies erm\u00f6glicht einerseits die Nutzung der Alpen als metropolitane Parklandschaft. 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