{"id":875,"date":"2017-06-15T12:50:00","date_gmt":"2017-06-15T10:50:00","guid":{"rendered":"https:\/\/xoxo.capsule.ch\/2017\/06\/15\/kollaborative-plattformen-fuer-mehr-resilienz-in-der-planung-urbaner-landschaften\/"},"modified":"2017-06-15T12:50:00","modified_gmt":"2017-06-15T10:50:00","slug":"kollaborative-plattformen-fuer-mehr-resilienz-in-der-planung-urbaner-landschaften","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/xoxo.capsule.ch\/fr\/2017\/06\/15\/kollaborative-plattformen-fuer-mehr-resilienz-in-der-planung-urbaner-landschaften\/","title":{"rendered":"Kollaborative Plattformen f\u00fcr mehr Resilienz in der Planung urbaner Landschaften"},"content":{"rendered":"<p>St\u00e4dte und Agglomerationen sollen qualitativ hochwertigen Lebensraum f\u00fcr ihre Bewohnerinnen und Bewohner bieten. Dieses Ziel zu erreichen, ist nicht leicht. Ad\u00e4quate Planungsans\u00e4tze m\u00fcssen das komplexe sozio-\u00f6kologische System von urbanen Landschaften mit einbeziehen, denn urbane Gebiete haben einen wesentlichen Einfluss auf das Funktionieren der Biosph\u00e4re auf allen Massstabsebenen. Die Belastbarkeit und Widerstandsf\u00e4higkeit des Systems, also seine Resilienz, sind wichtige Kriterien f\u00fcr eine zielf\u00fchrende Planung. Kollaborative Lernprozesse, die mit wissenschaftlichen Methoden unterst\u00fctzt werden, k\u00f6nnen praktikable Ans\u00e4tze f\u00fcr mehr Resilienz in der Planung sein.<!--more--><\/p>\n<p>Baul\u00fccken nutzen, Industrieareale umnutzen oder die Ausn\u00fctzung erh\u00f6hen ver\u00e4ndern Siedlungsmuster. Dies hat auf unterschiedlichen Massstabsebenen vielfache und miteinander verkn\u00fcpfte Auswirkungen auf sozio-\u00f6konomische und \u00f6kologische Aspekte. Wissenschaftliche Methoden zur Analyse dieser Auswirkungen werden in der Planungspraxis jedoch kaum eingesetzt. Unerw\u00fcnschte Effekte, wie potentiell steigende Wohnungspreise und Gentrifizierung oder ungen\u00fcgende Fl\u00e4chen f\u00fcr Erholung und Artenvielfalt, k\u00f6nnen in der Planung unentdeckt bleiben. Wichtig sind deshalb disziplinen- und massstabs\u00fcbergreifende Kollaborationsprozesse von Wissenschaft und Praxis, in denen ein umfassendes Verst\u00e4ndnis von Wechselwirkungen der raumwirksamen Faktoren erlangt wird.<\/p>\n<p>Doch wie k\u00f6nnen kollaborative Lernprozesse organisiert werden, die zu Ans\u00e4tzen f\u00fcr die Transformation urbaner Landschaften f\u00fchren, die sowohl wissenschaftliche Methoden als auch gesellschaftliche Werte einbinden? Wie k\u00f6nnen Akteurinnen und Akteure die Auswirkungen in integrierter Form reflektieren und entsprechend ihr Handeln \u00e4ndern, das in der Summe zu lebenswerten und resilienten urbanen Landschaften f\u00fchrt? Basierend auf den Ergebnissen des NFP 65 Projekts \u00abSUPat \u2013 Sustainable Urban Patterns\u00bb (www.supat.ethz.ch) wurde dieser Frage nachgegangen und ein prozedurales Konzept entwickelt.<\/p>\n<p>In dem Projekt wurden unterschiedliche wissenschaftliche Methoden und Instrumente erarbeitet. Mit einem Fragebogen werden die Bed\u00fcrfnisse der Bev\u00f6lkerung vor Ort und Faktoren f\u00fcr ihre Ortsverbundenheit erfasst. Ein prozedurales 3D Modell der Bau- und Zonenordnung unterst\u00fctzt die Entwicklung von Gestaltungsoptionen oder eine BZO-Revision. Die Auswirkungen solcher Revisionen werden mit einem agentenbasierten Modell simuliert und Indikatoren z.B. f\u00fcr die Erreichbarkeit, die Freiraumversorgung oder die r\u00e4umliche Verteilung der Wohnungspreise berechnet. Da nicht alle Qualit\u00e4ten \u00fcberall maximiert werden k\u00f6nnen, werden mit einer multikriteriellen Entscheidungsanalyse politische Ziele gewichtet und Auswirkungen auf andere Qualit\u00e4ten simuliert. So k\u00f6nnen Anspr\u00fcche von Akteuren reflektiert und Gestaltungsoptionen in einem iterativen Lernprozess angepasst werden.<\/p>\n<p>Der Einsatz dieses kollaborativen Lernprozesses in der Praxis ist notwendig, damit man sieht, zu welchen Einsichten er f\u00fchrt. Deshalb sollten kollaborative Plattformen f\u00fcr eine kontinuierliche regionale Zusammenarbeit eingerichtet und mit einem Monitoring der sozialen Effekte und des Prozesses \u00fcber die Zeit begleitet werden. Diese bieten die Chance, dass durch den Lernprozess sowohl eine vertikale (massstabs\u00fcbergreifende) als auch eine horizontale (disziplinen\u00fcbergreifende) Harmonisierung von r\u00e4umlichem Handeln und damit einer Transformation hin zu resilienteren Siedlungsmustern gef\u00f6rdert wird.<\/p>\n<p><i><a href=\"mailto:wissen@nsl.ethz.ch\" target=\"_self\">Dr. Ulrike Wissen Hayek<\/a> ist Oberassistentin an der Professur von Adrienne Gr\u00eat-Regamey, Planung von Landschaft und Urbanen Systemen (PLUS), am Institut f\u00fcr Raum- und Landschaftsentwicklung der ETH Z\u00fcrich. Sie leitete und koordinierte die transdisziplin\u00e4re Zusammenarbeit im Rahmen des NFP65-Projekts \u00abSUPat \u2013 Sustainable Urban Patterns\u00bb.<\/i><\/p>\n<p><i><a href=\"http:\/\/www.multimedia.ethz.ch\/conferences\/2014\/dla\/?doi=10.3930\/ETHZ\/AV-583cf99f-6131-4ebe-9243-4a436ff8b890&amp;autostart=false\" target=\"_self\">Keynote<\/a>:\u00a0Digital Methods and Collaborative Platforms for Informing Design Values with Science.\u00a023.05.2014, Gr\u00eat-Regamey, Adrienne<\/i><\/p>\n<p><i>Wissen Hayek, Ulrike; Neuenschwander, Noemi; von Wirth, Timo; Kunze, Antje; Halatsch, Jan; Schmitt, Gerhard; Gr\u00eat-Regamey, Adrienne (2014): <b>Combining Three Modelling and Visualization Tools for Collaborative Planning of Urban Transformation<\/b>. In: Wissen Hayek, Ulrike; Fricker, Pia; Buhmann, Erich (Eds.): Peer Reviewed Proceedings of Digital Landscape Architecture 2014 at ETH Zurich. Berlin\/Offenbach: Herbert Wichmann Verlag, VDE VERLAG GMBH. <a href=\"http:\/\/dla2014.ethz.ch\/talk_pdfs\/DLA_2014_2_Wissen%20Hayek.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">PDF<\/a><\/i><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>St\u00e4dte und Agglomerationen sollen qualitativ hochwertigen Lebensraum f\u00fcr ihre Bewohnerinnen und Bewohner bieten. Dieses Ziel zu erreichen, ist nicht leicht. Ad\u00e4quate Planungsans\u00e4tze m\u00fcssen das komplexe sozio-\u00f6kologische System von urbanen Landschaften mit einbeziehen, denn urbane Gebiete haben einen wesentlichen Einfluss auf das Funktionieren der Biosph\u00e4re auf allen Massstabsebenen. 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