{"id":4062,"date":"2019-09-13T07:43:25","date_gmt":"2019-09-13T05:43:25","guid":{"rendered":"https:\/\/xoxo.capsule.ch\/2019\/09\/13\/11823\/"},"modified":"2019-09-13T07:43:25","modified_gmt":"2019-09-13T05:43:25","slug":"11823","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/xoxo.capsule.ch\/fr\/2019\/09\/13\/11823\/","title":{"rendered":"\u00abDas Future Cities Laboratory Global w\u00fcrde die ETH Z\u00fcrich im Bereich der Stadt- und Raumplanung st\u00e4rken\u00bb"},"content":{"rendered":"<p><em>Kay Axhausen ist nun f\u00fcr zwei Jahre neuer Leiter des Netzwerks Stadt und Landschaft. Er \u00e4ussert sich hier zur Zusammenarbeit der Disziplinen St\u00e4dtebau, Raum- und Landschaftsentwicklung und Verkehrsplanung sowie zur Neuordnung der Strassenfinanzierung in der Schweiz aufgrund automatischer Fahrzeuge.<\/em><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h3>Wie sieht Ihre Zusammenarbeit mit dem D-ARCH aus? Ist es \u00fcberhaupt m\u00f6glich, Verkehrsplanung zu betreiben ohne St\u00e4dtebau und Raumplanung?<\/h3>\n<p>Nein, da es ja darum geht Nachfrage und Angebot abzustimmen; abzusch\u00e4tzen, wie viele Personen wann, wo, warum und mit welchem Verkehrsmittel unterwegs sein werden. Wir m\u00fcssen also wissen, wo im Raum die Menschen und die Orte, die sie erreichen wollen, angesiedelt sind. Nur so k\u00f6nnen wir die Infrastrukturen verorten, die dann die Reisezeiten und Geschwindigkeiten erm\u00f6glichen, die die Menschen erwarten.<\/p>\n<p>Es geht aber nicht nur um die gebauten Infrastrukturen, sondern auch um die Dienstleistungen, die wir auf ihnen anbieten und um die Regeln und Preise, die wir festlegen und verlangen. Also die Buslinien, ihre Fahrpl\u00e4ne, ob Fahrr\u00e4der mitgenommen werden d\u00fcrfen und letztlich den Fahrpreis.<\/p>\n<p>Aber Verkehrsplanung macht nat\u00fcrlich mehr, da ja die Methoden entwickelt werden m\u00fcssen, um diese Absch\u00e4tzungen zu erm\u00f6glichen, da wir ja das Verhalten verstehen m\u00fcssen, da wir ja die R\u00fcckkopplungen zwischen Raum und Verkehr erfassen m\u00fcssen. In der Forschung ist man dann oft gef\u00fchlt weit weg von der eigentlichen Aufgabe.<\/p>\n<h3>Christian Schmid, Ihr Vorg\u00e4nger, <a href=\"https:\/\/www.nsl.ethz.ch\/christian-schmid-welche-rolle-spielt-die-stadt-der-heutigen-gesellschaft-der-neue-nsl-leiter-und-soziologieprofessor-im-interview\/\">sprach vom Ansiedeln eines erneuerten Future Cities Laboratory an der ETH Z\u00fcrich<\/a>. Wie geht es mit diesem Projekt weiter?<\/h3>\n<p>Diese Idee wurde weiterverfolgt. Adrienne Gr\u00eat-Regamey, Christophe Girot, Sacha Menz und Gerhard Schmidt haben die Arbeiten durch ihren grossen Einsatz vorangetrieben. Wir sind im Moment in der entscheidenden Phase, in der das Gesamtpaket von Singapur und der ETH Z\u00fcrich beurteilt wird. Wir erwarten die Entscheidung bis Ende Jahr, so dass die ausgew\u00e4hlten Teilprojekte dann im Januar 2021 beginnen k\u00f6nnen. Wir h\u00e4tten so einen l\u00fcckenlosen \u00dcbergang f\u00fcr die erfahrenen Mitarbeitenden in Singapur.<\/p>\n<p>Ja, FCL Global wird Projekte in Z\u00fcrich und Singapur eng mit einander verkn\u00fcpfen. Wir wollen so weltweite Themen und Herausforderungen aufgreifen und versuchen L\u00f6sungen f\u00fcr sie zu erarbeiten. FCL Global w\u00fcrde dann auch die ETH Z\u00fcrich im Bereich der Stadt- und Raumplanung st\u00e4rken, da dieser Schwerpunkt noch deutlicher sichtbar werden wird.<\/p>\n<h3>In letzter Zeit wurde Ihre Studie in den Medien diskutiert, wonach uns selbstfahrende Autos mehr \u2013 nicht weniger Verkehr bescheren werden. Gibt es Rahmenbedingungen, die eine Verkehrsabnahme garantieren w\u00fcrden?<\/h3>\n<p>Automatische Fahrzeuge (AF) sollten in vielen Bereichen ein eindeutiger Fortschritt sein: f\u00fcr unsere alternde Gesellschaft, f\u00fcr die Verkehrssicherheit, f\u00fcr die Haushalte mit Kindern und Jugendlichen. Sie sind aber auch eine Herausforderung: Sie werden die Strassenkapazit\u00e4ten erh\u00f6hen und damit die Strassen beschleunigen, sie werden kosteng\u00fcnstiger sein. Wie in der Vergangenheit werden solche Preissenkungen zu mehr Konsum von Verkehr f\u00fchren. Wir m\u00fcssen uns als Gesellschaft fragen, wie wir die vorhandenen Kapazit\u00e4ten den Nutzenden zuteilen wollen; und damit auch welche Erreichbarkeiten und Geschwindigkeiten wir m\u00f6chten.<\/p>\n<p>Ich kann nicht vorhersagen, ob die Schweiz sich f\u00fcr ein Modell wie Singapur, oder ein Modell wie Bangkok entscheidet: starke Rationierung des PW-Besitzes, Rationierung der Nutzung mit Geb\u00fchren und h\u00f6heren Geschwindigkeiten oder das Gegenteil.<\/p>\n<h3>Bis Ende 2018 haben Sie gemeinsam mit der EPFL am Projekt \u00abPost-car world\u00bb mitgearbeitet. Wie sieht denn nun eine Welt nach den Autos aus und inwiefern beeinflusst dies unsere heutige Perspektive?<\/h3>\n<p>Ja, Post Car World hat hier durch seine Befragungen wichtige Einsichten geschaffen, insbesondere zur Wertsch\u00e4tzung der Freizeit und der Zeit in Fahrzeugen. Aber gleichzeitige Projekte, wie zum Beispiel zur Einf\u00fchrung von catch-a-car in Basel, m\u00fcssen zur Beantwortung der Frage mit einbezogen werden. Es ging im Projekt ja nicht um eine Welt ohne PW, sondern eine Welt ohne private PWs. Wir sind da etwas zur\u00fcckgerudert.<\/p>\n<p>Es zeigt sich, dass neue Angebote, die PWs tempor\u00e4r zur Verf\u00fcgung stellen, in der Lage sind Haushalte davon zu \u00fcberzeugen, dass sie keinen privaten PW ben\u00f6tigen. In St\u00e4dten mit gutem \u00f6ffentlichen Verkehr (\u00d6V) ist der Effekt noch st\u00e4rker. Wir werden sehen, ob automatische Taxiflotten diesen Prozess verst\u00e4rken werden. Wir wissen durch Simulationen, dass automatische Taxiflotten die heutigen Fahrten einer Stadt mit dramatisch kleineren Flotten verl\u00e4sslich und mit geringen Wartezeiten abwickeln k\u00f6nnen. Es ist aber noch unklar ob ein solches Angebot die \u00abcar sharing\u00bb Wirkung auf den privaten PW-Besitz explodieren lassen w\u00fcrde.<\/p>\n<h3>Was denken Sie, wie sich die Gesellschaft entscheiden wird: mehr Verkehrswege oder Einschr\u00e4nkungen mittels z.B. Mobility Pricing?<\/h3>\n<p>Aufgrund der bisherigen Versuche denke ich, dass sich die meisten Gesellschaften f\u00fcr weitere Schienen und Strassen entscheiden werden, wenn die Wahl nur auf diese beiden Optionen beschr\u00e4nkt wird. Das k\u00f6nnte sich \u00e4ndern, wenn man eine modernisierte Option, wie sie in der Schweiz mit dem Bonus\/Malus System schon mal diskutiert wurde, anbietet. Hier w\u00fcrden die Reisenden ihr Kontingente an \u00abStrassenfl\u00e4che\/Platz im Zug\u00bb miteinander handeln.<\/p>\n<p>Die Ankunft der automatischen Fahrzeuge wird hier ein Zeitpunkt, zu dem man diese Frage neu stellen k\u00f6nnte. Mit diesen elektrischen Flotten muss die Strassenfinanzierung ja auf jeden Fall neu geordnet werden.<\/p>\n<h3>Wird es in naher Zukunft ein Studium geben, bei dem Verkehrsplanung, St\u00e4dtebau, Raum- und Landschaftsentwicklung zu gleichen Teilen angegangen werden?<\/h3>\n<p>Sie haben die Strassenverkehrstechnik und den \u00f6ffentlichen Verkehr vergessen. Diese Breite ist die Herausforderung jedes entsprechenden Studiengangs. Wir l\u00f6sen das im MSc Raumentwicklung und Infrastruktursysteme durch die vielen angebotenen Wahlf\u00e4cher, aber im Kontext einer grossen gemeinsamen Pflichtprojektarbeit im dritten Semester, in der dann alle Themen wieder zusammenkommen. Dieser Studiengang bildet seit \u00fcber 10 Jahren entsprechende Fachleute aus, die jeweils ihren eigenen Schwerpunkt setzen.<\/p>\n<h3>In welche Richtung soll es mit dem NSL in n\u00e4chster Zeit gehen?<\/h3>\n<p>Dieses Netzwerk ist eine zentrale Schnittstelle zwischen allen interessierten Gruppen am D-BAUG und D-ARCH. Diese gilt es weiter zu st\u00e4rken, vielleicht auch durch die \u00d6ffnung zu den Umweltnaturwissenschaften und den \u00d6konomen\/Politikwissenschaftlerinnen. Das neue Institut f\u00fcr Landschafts- und Urbane Studien am D-ARCH wird ja vielleicht bestimmte fr\u00fchere Aufgaben \u00fcbernehmen. Das beantragte Future Cities Laboratory Global mit seinen Standbeinen in Z\u00fcrich und Singapur gibt uns neue M\u00f6glichkeiten, die wir nutzen und diskutieren m\u00fcssen.<\/p>\n<p><em><a href=\"https:\/\/www.nsl.ethz.ch\/professur\/prof-dr-kay-w-axhausen\/\">Prof. Dr. Ing. Kay W. Axhausen<\/a> ist seit 1999 Professor f\u00fcr Verkehrsplanung am Institut f\u00fcr Verkehrsplanung und Infrastruktursysteme (IVT) der ETH Z\u00fcrich. Vorherige berufliche Stationen waren die University of Oxford, Imperial College, London und die Leopold-Franzens-Universit\u00e4t, Innsbruck.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kay Axhausen ist nun f\u00fcr zwei Jahre neuer Leiter des Netzwerks Stadt und Landschaft. 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