{"id":513,"date":"2017-05-15T14:56:51","date_gmt":"2017-05-15T12:56:51","guid":{"rendered":"https:\/\/xoxo.capsule.ch\/2017\/05\/15\/den-tiber-umschliessen-massstaeblichkeiten-eines-flusses\/"},"modified":"2017-05-15T14:56:51","modified_gmt":"2017-05-15T12:56:51","slug":"den-tiber-umschliessen-massstaeblichkeiten-eines-flusses","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/xoxo.capsule.ch\/en\/2017\/05\/15\/den-tiber-umschliessen-massstaeblichkeiten-eines-flusses\/","title":{"rendered":"Den Tiber umschliessen \u2013 Massst\u00e4blichkeiten eines Flusses"},"content":{"rendered":"<p>Im letzten Entwurfssemester besch\u00e4ftigten sich die Studierenden der Professur G\u00fcnther Vogt mit dem Tiber und dessen brachliegenden Ufern inmitten Roms. Die Aufgabe bestand in der Transformation der Perimeter in metropolitane, \u00f6ffentliche R\u00e4ume und beinhaltete die Fragestellung, wie und inwieweit die starke Isolation zwischen Stadt- und Flussraum aufgehoben werden kann.<!--more--><\/p>\n<p>Um diese lokal angelegte Fragestellung diskutieren zu k\u00f6nnen, war die \u00d6ffnung des Blicks auf die gesamte \u00abgeografische\u00bb Situation des Flusses notwendig. Der Tiber, der in dem 405 km langen Lauf von seinem Ursprung am Monte Fumaiolo im emilio-toskanischen Apennin s\u00fcdw\u00e4rts die Wasser eines 17 000 m2 grossen Einzugsgebiets an der tyrrhenischen Flanke des Gebirgsr\u00fcckens aufnimmt und zwischen Ostia und Fiumicino ins Meer m\u00fcndet, ist ein heftig aufwallendes Gew\u00e4sser. Dies zeigt sich im Zentrum Roms durch die klare Differenz zwischen dem Minimum der Wasserf\u00fchrung von 100 m3\/s und dem Maximum von 3300 m3\/s. Erst Ende des 19. Jahrhunderts vermochte Raffaele Canevari mit einem massiven Ingenieurbauwerk, dem Lungotevere (hohe Kaimauern) und der Freir\u00e4umung des Flusses, das Hochwasserproblem endg\u00fcltig zu l\u00f6sen, mit dem sich Rom seit seiner Gr\u00fcndung immer wieder konfrontiert sah.<\/p>\n<p>Einige der Studierenden machten die Hochwasserproblematik zur Grundlage ihres landschaftsarchitektonischen und st\u00e4dtebaulichen Entwurfs und erarbeiteten L\u00f6sungsvorschl\u00e4ge, die nicht wie das Projekt Canevaris ausschliesslich lokal funktionierten, sondern auf einem regionalen Massstab ansetzten. Sie verlagerten die Regulation des Tibers aus der Stadt und schufen mit dieser Massnahme \u00fcberhaupt erst die M\u00f6glichkeit, die Isolation zwischen Stadt- und Flussraum aufzuheben um in einem weitern Schritt kleinmassst\u00e4blich entwerfen zu k\u00f6nnen. In welchen r\u00e4umlichen Dimensionen sich solche Interventionen bewegen, zeigte eine der Arbeiten deutlich auf. Das Projekt schlug im Metropolitanraum Roms eine neue Landschaft vor, die \u00fcber ein System von unterschiedlich grossen Seen funktionierte und erst so die erforderlichen Wassermengen aufzufangen vermochte, um die grossen innerst\u00e4dtischen Schwankungen des Tibers auszugleichen.<\/p>\n<p>Dieses Oszillieren zwischen lokalen Interventionen und \u00fcberregionalen Konzepten erwies sich w\u00e4hrend der Debatte um m\u00f6gliche Vorschl\u00e4ge als erfolgsversprechendes Vorgehen. Eine Strategie, die vom ambivalenten Verh\u00e4ltnis zwischen pr\u00e4zisem Hinsehen und der \u00d6ffnung des Blicks lebt und erst dadurch eine umfassende Betrachtung der Situation erm\u00f6glicht.<\/p>\n<p><i>Eine Auswahl der Arbeiten der Studierenden finden Sie im Jahrbuch 2011 des Departementes f\u00fcr Architektur der ETH Z\u00fcrich oder auf der <\/i><a href=\"http:\/\/www.vogt.arch.ethz.ch\/?root=8&amp;cat=338&amp;lang=de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><i>Internetseite<\/i><\/a><i> <\/i>der Professur G\u00fcnther Vogt.<\/p>\n<p><a href=\"mailto:kissling@arch.ethz.ch\" target=\"_self\">Thomas Kissling<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im letzten Entwurfssemester besch\u00e4ftigten sich die Studierenden der Professur G\u00fcnther Vogt mit dem Tiber und dessen brachliegenden Ufern inmitten Roms. 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