{"id":458,"date":"2017-05-15T13:46:16","date_gmt":"2017-05-15T11:46:16","guid":{"rendered":"https:\/\/xoxo.capsule.ch\/2017\/05\/15\/urbane-landschaften\/"},"modified":"2017-05-15T13:46:16","modified_gmt":"2017-05-15T11:46:16","slug":"urbane-landschaften","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/xoxo.capsule.ch\/en\/2017\/05\/15\/urbane-landschaften\/","title":{"rendered":"Urbane Landschaften"},"content":{"rendered":"<p>Am 6. April 2011 lud das ETH Studio Basel zu einer Veranstaltung mit dem Titel \u00abUrbane Landschaften\u00bb auf den H\u00f6nggerberg ein. Pr\u00e4sentiert und diskutiert wurden drei st\u00e4dtebauliche Entw\u00fcrfe, die am Studio Basel sowie in einer Zusammenarbeit der B\u00fcros Meili, Peter Architekten und Vogt Landschaftsarchitekten vor dem Hintergrund des \u00abst\u00e4dtebaulichen Portraits der Schweiz\u00bb in den vergangenen Jahren entstanden sind.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><b>Urbane Topographie Schweiz<\/b><\/p>\n<p>Die Schweiz ist historisch betrachtet ein agrarisch gepr\u00e4gtes Land ohne grosse St\u00e4dte. Dieser Umstand hat sich im Zuge der Industrialisierung nicht grunds\u00e4tzlich ver\u00e4ndert, hat f\u00fcr das Verh\u00e4ltnis von Stadt und Territorium aber neue Voraussetzungen geschaffen. Die in der Schweiz ausgepr\u00e4gte Industrialisierung der \u00abLandschaft\u00bb sorgte f\u00fcr die Freisetzung eigener urbaner Energien in vormals l\u00e4ndlichen Gebieten. Die Schweiz entwickelte ausgehend davon eine fl\u00e4chendeckende st\u00e4dtische Struktur, die wir als \u00abUrbane Topographie\u00bb bezeichnet haben.<\/p>\n<p>Dabei ist nicht eine \u00abGrossstadt Schweiz\u00bb entstanden, sondern ein sehr differenziertes Gef\u00fcge verschiedener \u00abAggregatszust\u00e4nde\u00bb von Stadt. Viele Teile dieses Gef\u00fcges weisen kaum typologische oder morphologische Merkmale einer traditionellen Stadt auf. Deren Muster manifestieren sich vielmehr in \u00abOberfl\u00e4chenpr\u00e4gungen\u00bb, in einer Strukturierung und Nutzung des Bodens.<\/p>\n<p><b>Neue Zugriffsweisen?<\/b><\/p>\n<p>Lange Zeit haben zwei Merkmale diese Strukturierung der Landschaft bestimmt: die Koexistenz der Nutzungen und das Ged\u00e4chtnis der Landschaft. Mit der Entwicklung der letzten f\u00fcnfzig Jahre sind diese Merkmale durch neue Formen der Urbanisierung ausser Kraft gesetzt worden. Damit ist nicht der sogenannte \u00abSiedlungsbrei\u00bb gemeint, sondern eine traditionell st\u00e4dtische Organisationsform, die sich nun auch auf die Landschaft erstreckt. Die Landschaft entwickelt dabei gleich wie die Stadt synthetische und funktional dichte Systeme, welche die verschiedenen Funktionen integrieren und dabei im besten Fall produktive Energien freisetzen.<\/p>\n<p>Die Veranstaltung hatte die Frage zum Inhalt, wie in solchen urbanen Landschaften st\u00e4dtebaulich operiert wird. Zentrale Herausforderung ist zun\u00e4chst der unaufl\u00f6sbare Widerspruch einer modernen Okkupationsform, die einerseits die beschriebene Ged\u00e4chtnisfunktion herausfordert, andererseits die Erinnerung an eine rurale Landschaft unter Schutz stellen will. Landschaft wird darum bis heute als \u00abOberfl\u00e4che\u00bb und nicht als Raum geplant und strukturiert; Urbanisierung soll wenn m\u00f6glich verschleiert und ein Rest kontinuierlicher Natur eingelagert werden.<\/p>\n<p>Die Vorstellung einer spezifischen \u00abl\u00e4ndlichen R\u00e4umlichkeit\u00bb als Gegensatz zur Stadt ist offenbar nicht aus dem kollektiven Bewusstsein zu tilgen. Die anschliessende Frage und eigentliche These der Veranstaltung lautete darum, ob deshalb das st\u00e4dtebauliche Instrumentarium neu definiert werden m\u00fcsste und ob die Landschaftsarchitektur hierbei die leitende, dass heisst prim\u00e4r strukturierende Rolle \u00fcbernehmen kann?<\/p>\n<p><a href=\"mailto:mueller.inderbitzin@emi-architekten.ch\" target=\"_self\">Christian Mueller Inderbitzin<\/a> ist Architekt und Assistent am ETH Studio Basel.<\/p>\n<p>Roger Diener [et al.] (2006): <b>Die Schweiz \u2013 ein st\u00e4dtebauliches Portrait<\/b>. Basel.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 6. April 2011 lud das ETH Studio Basel zu einer Veranstaltung mit dem Titel \u00abUrbane Landschaften\u00bb auf den H\u00f6nggerberg ein. Pr\u00e4sentiert und diskutiert wurden drei st\u00e4dtebauliche Entw\u00fcrfe, die am Studio Basel sowie in einer Zusammenarbeit der B\u00fcros Meili, Peter Architekten und Vogt Landschaftsarchitekten vor dem Hintergrund des \u00abst\u00e4dtebaulichen Portraits der Schweiz\u00bb in den vergangenen [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":459,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"_kad_blocks_custom_css":"","_kad_blocks_head_custom_js":"","_kad_blocks_body_custom_js":"","_kad_blocks_footer_custom_js":"","footnotes":""},"categories":[23],"tags":[],"departemente":[138,227,139],"newsletter_ausgabe":[263],"class_list":["post-458","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-newsletter-artikel","departemente-departement-architektur-d-arch","departemente-ehemalige-lehrstuehle","departemente-prof-roger-diener","newsletter_ausgabe-nl-10"],"acf":[],"taxonomy_info":{"category":[{"value":23,"label":"Newsletter-Artikel"}],"departemente":[{"value":138,"label":"Departement Architektur (D-ARCH)"},{"value":227,"label":"Ehemalige Lehrst\u00fchle"},{"value":139,"label":"Prof. Roger Diener"}],"newsletter_ausgabe":[{"value":263,"label":"NL 10"}]},"featured_image_src_large":["https:\/\/xoxo.capsule.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/110616-kulturlandschaftspark-seeruecken.jpeg",787,557,false],"author_info":{"display_name":"_rotor@NSL","author_link":"https:\/\/xoxo.capsule.ch\/en\/author\/_rotornsl\/"},"comment_info":0,"category_info":[{"term_id":23,"name":"Newsletter-Artikel","slug":"newsletter-artikel","term_group":0,"term_taxonomy_id":23,"taxonomy":"category","description":"","parent":0,"count":680,"filter":"raw","cat_ID":23,"category_count":680,"category_description":"","cat_name":"Newsletter-Artikel","category_nicename":"newsletter-artikel","category_parent":0}],"tag_info":false,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/xoxo.capsule.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/458","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/xoxo.capsule.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/xoxo.capsule.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/xoxo.capsule.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/xoxo.capsule.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=458"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/xoxo.capsule.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/458\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/xoxo.capsule.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/459"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/xoxo.capsule.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=458"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/xoxo.capsule.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=458"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/xoxo.capsule.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=458"},{"taxonomy":"departemente","embeddable":true,"href":"https:\/\/xoxo.capsule.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/departemente?post=458"},{"taxonomy":"newsletter_ausgabe","embeddable":true,"href":"https:\/\/xoxo.capsule.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/newsletter_ausgabe?post=458"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}