{"id":4081,"date":"2019-09-16T10:38:10","date_gmt":"2019-09-16T08:38:10","guid":{"rendered":"https:\/\/xoxo.capsule.ch\/2019\/09\/16\/gemeinnuetziger-wohnungsbau-und-innenentwicklung-raumplanerische-bedeutung-und-zukunftsperspektiven-des-nicht-gewinnorientierten-siedlungsbestandes-in-der-schweiz\/"},"modified":"2025-04-23T16:15:03","modified_gmt":"2025-04-23T14:15:03","slug":"gemeinnuetziger-wohnungsbau-und-innenentwicklung-raumplanerische-bedeutung-und-zukunftsperspektiven-des-nicht-gewinnorientierten-siedlungsbestandes-in-der-schweiz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/xoxo.capsule.ch\/en\/2019\/09\/16\/gemeinnuetziger-wohnungsbau-und-innenentwicklung-raumplanerische-bedeutung-und-zukunftsperspektiven-des-nicht-gewinnorientierten-siedlungsbestandes-in-der-schweiz\/","title":{"rendered":"Gemeinn\u00fctziger Wohnungsbau und Innenentwicklung"},"content":{"rendered":"<p><strong>Raumplanerische Bedeutung und Zukunftsperspektiven des nicht gewinnorientierten Siedlungsbestandes in der Schweiz<\/strong><\/p>\n<p><em>Steigende Wohnkosten sowie fehlende preisg\u00fcnstige Wohnangebote stellen gerade in zentralen st\u00e4dtischen Lagen mit hohem Bev\u00f6lkerungsdruck nicht nur in der Schweiz ein hochaktuelles Problemfeld dar. Gemeinn\u00fctzigen Bautr\u00e4gerschaften kommt in dieser Thematik insofern eine hohe Relevanz zu, als dass sie Mietpreise auf Basis der anfallenden Kosten f\u00fcr Bau, Unterhalt sowie Erneuerung ihrer Liegenschaften festlegen und daher in der Regel wesentlich g\u00fcnstigere Wohnungen anbieten als renditeorientierte Wohnbauakteure.<\/em><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Die Bedeutung des gemeinn\u00fctzigen Wohnbausektors geht aber \u00fcber den Aspekt der Preisg\u00fcnstigkeit hinaus. Besonders hervorzuheben gilt es den Beitrag gemeinn\u00fctziger Bautr\u00e4ger zur raumplanerischen Strategie der Innenentwicklung, also der priorit\u00e4ren Lenkung der k\u00fcnftigen Siedlungsentwicklung auf bereits bebaute Gebiete. Gemeinn\u00fctzige Wohnungsbest\u00e4nde umfassen in der Schweiz derzeit zwar nur einen Marktanteil von insgesamt rund 5%, weisen aber eine hohe Lagegunst und ein betr\u00e4chtliches Potenzial f\u00fcr eine k\u00fcnftig dichtere Nutzung auf. Nicht nur sind sie mehrheitlich gut mit dem \u00f6ffentlichen Verkehr erschlossen, sie befinden sich auch h\u00e4ufig r\u00e4umlich konzentriert in Gebieten mit einer grunds\u00e4tzlich hohen Wohnnachfrage, was eine quartiersorientierte, parzellen\u00fcbergreifende Siedlungserneuerung beg\u00fcnstigt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<figure id=\"attachment_12080\" aria-describedby=\"caption-attachment-12080\" style=\"width: 760px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-12080\" src=\"https:\/\/xoxo.capsule.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Bild2_1-scaled.jpg\" alt=\"Ausgew\u00e4hlte zusammenh\u00e4ngende Gebiete mit ausschliesslich oder mehrheitlich gemeinn\u00fctzigem Wohnungsbau (weiss umrandet) in verschiedenen Schweizer St\u00e4dten. Quelle: Roman Streit, Basiskarten: Google Maps (2018).\" width=\"760\" height=\"1132\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-12080\" class=\"wp-caption-text\">Ausgew\u00e4hlte zusammenh\u00e4ngende Gebiete mit ausschliesslich oder mehrheitlich gemeinn\u00fctzigem Wohnungsbau (weiss umrandet) in verschiedenen Schweizer St\u00e4dten. Quelle: Roman Streit, Basiskarten: Google Maps (2018).<\/figcaption><\/figure>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Statistiken zum Altbestand wie auch zu neueren Projekten gemeinn\u00fctziger Bautr\u00e4ger verdeutlichen zudem deren vergleichsweise ressourcenschonende Bodennutzung, indem die Bewohnerschaft im Schnitt deutlich weniger Wohnfl\u00e4che in Anspruch nimmt als in sonstigen Miet- oder Eigentumswohnungen. Gleichzeitig widerspiegelt die bereits erfolgte Umsetzung baulicher Verdichtungsmassnahmen gemeinn\u00fctziger Bautr\u00e4ger vielf\u00e4ltige Verkn\u00fcpfungen mit der Innenentwicklung, wobei gestalterische, \u00f6kologische und soziale Aspekte zu unterstreichen sind. Die in zahlreichen Innenentwicklungsprojekten festgestellte Akzeptanz der Dichte l\u00e4sst eine qualit\u00e4tsf\u00f6rdernde Wirkung entsprechender Eingriffe vermuten, stellen doch positive Mehrheitsentscheide der Mitglieder in vielen gemeinn\u00fctzigen Organisationen eine Grundvoraussetzung daf\u00fcr dar, dass deren Baubest\u00e4nde \u00fcberhaupt umfassend ver\u00e4ndert werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Im Spannungsfeld zwischen gemeinn\u00fctzigem Wohnungsbau und Innenentwicklung wurden aber auch Herausforderungen ausgemacht: Zum einen sind nicht alle Liegenschaftsbest\u00e4nde f\u00fcr eine bauliche Weiterentwicklung geeignet, wobei denkmalpflegerischen Aspekten eine zentrale Bedeutung zukommt. Zum anderen sind die Rahmenbedingungen f\u00fcr eine zukunftsgerichtete Weiterentwicklung der Best\u00e4nde noch nicht \u00fcberall gegeben. Hierbei spielen baurechtliche Vorgaben und die Ausgestaltung der Organisationsstrukturen gemeinn\u00fctziger Bautr\u00e4gerschaften eine wichtige Rolle.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<figure id=\"attachment_12084\" aria-describedby=\"caption-attachment-12084\" style=\"width: 760px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-12084\" src=\"https:\/\/xoxo.capsule.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Bild3-Kopie.jpg\" alt=\"Gr\u00fcndersiedlung der Familienheimgenossenschaft im Friesenberg-Quartier, Z\u00fcrich. Bei deren geplanten Weiterentwicklung zeigt sich exemplarisch die Herausforderung einer Abw\u00e4gung denkmalpflegerischer und raumplanerischer Interessen. Blick in die Siedlung mit grossz\u00fcgigen G\u00e4rten (links) und Lage direkt angrenzend an den S-Bahnhof Schweighof. \u00a9 Roman Streit.\" width=\"760\" height=\"279\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-12084\" class=\"wp-caption-text\">Gr\u00fcndersiedlung der Familienheimgenossenschaft im Friesenberg-Quartier, Z\u00fcrich. Bei deren geplanten Weiterentwicklung zeigt sich exemplarisch die Herausforderung einer Abw\u00e4gung denkmalpflegerischer und raumplanerischer Interessen. Blick in die Siedlung mit grossz\u00fcgigen G\u00e4rten (links) und Lage direkt angrenzend an den S-Bahnhof Schweighof. \u00a9 Roman Streit.<\/figcaption><\/figure>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Eine enge Kooperationskultur zwischen Beh\u00f6rden und gemeinn\u00fctzigen Bautr\u00e4gern, massgeschneiderte Planungsprozesse sowie eine gezieltere Anreizsetzung in Wohnbauf\u00f6rdermassnahmen stellen Ansatzpunkte zur Aktivierung der Potenziale im Bestand dar. Die konsequentere Verkn\u00fcpfung planerischer Eingriffe mit bodenpolitischen Vorgaben er\u00f6ffnet gleichzeitig Spielr\u00e4ume, die Innenentwicklung vermehrt zu nutzen, um den gemeinn\u00fctzigen Wohnbausektor k\u00fcnftig zu st\u00e4rken.<\/p>\n<p><em>Die Forschungserkenntnisse basieren auf der 2019 an der Professur f\u00fcr Raumentwicklung der ETH Z\u00fcrich abgeschlossenen Dissertation \u00abGemeinn\u00fctziger Wohnungsbau und Innenentwicklung \u2013 Raumplanerische Bedeutung und\u00a0Zukunftsperspektiven des nicht gewinnorientierten Siedlungsbestandes in der Schweiz\u00bb von Roman Streit, die vom Schweizerischen Nationalfonds gef\u00f6rdert wurde. Die Dissertation wird im letzten Quartal 2019 publiziert.\u00a0<\/em><\/p>\n<p><em><a href=\"mailto:rstreit@ethz.ch\">Roman Streit<\/a> war von 2014 bis 2019 Doktorand an der Professur f\u00fcr Raumentwicklung von Prof. em. Dr. Bernd Scholl. Aktuell ist er als Projektleiter im Ressort Raumstrategie und Wohnraumpolitik der Stadtplanung Luzern sowie als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Spatial Transformation Laboratories der ETH Z\u00fcrich t\u00e4tig.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Raumplanerische Bedeutung und Zukunftsperspektiven des nicht gewinnorientierten Siedlungsbestandes in der Schweiz Steigende Wohnkosten sowie fehlende preisg\u00fcnstige Wohnangebote stellen gerade in zentralen st\u00e4dtischen Lagen mit hohem Bev\u00f6lkerungsdruck nicht nur in der Schweiz ein hochaktuelles Problemfeld dar. 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