{"id":1110,"date":"2017-06-16T09:57:34","date_gmt":"2017-06-16T07:57:34","guid":{"rendered":"https:\/\/xoxo.capsule.ch\/2017\/06\/16\/prof-dr-adrienne-gret-regamey-ist-neue-nsl-leiterin\/"},"modified":"2017-06-16T09:57:34","modified_gmt":"2017-06-16T07:57:34","slug":"prof-dr-adrienne-gret-regamey-ist-neue-nsl-leiterin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/xoxo.capsule.ch\/en\/2017\/06\/16\/prof-dr-adrienne-gret-regamey-ist-neue-nsl-leiterin\/","title":{"rendered":"Prof. Dr. Adrienne Gr\u00eat-Regamey ist neue NSL-Leiterin"},"content":{"rendered":"<p>Prof. Dr. Adrienne Gr\u00eat-Regamey \u00fcbernimmt vom 1. August 2015 bis 31. Juli 2017 die Leitung des NSL von Prof. Dr. Marc M. Ang\u00e9lil. Wir haben Frau Gr\u00eat-Regamey einige Fragen \u00fcber Forschungsschwerpunkte, St\u00e4rken und Potenzial des NSL sowie ihren Sabbatical gestellt. Lesen Sie die Antworten zu ihrer neuen Herausforderung im Interview.<!--more--><\/p>\n<h3><b>Adrienne, im Oktober 2008 hast du die Professur \u00abPlanung von Landschaft und Urbanen Systemen (PLUS)\u00bb am Institut f\u00fcr Raum- und Landschaftsentwicklung \u00fcbernommen und nun wirst du f\u00fcr zwei Jahre die Leitung des NSL \u00fcbernehmen (<a href=\"https:\/\/www.nsl.ethz.ch\/neue-ansaetze-fuer-eine-nachhaltige-raumentwicklung\/\">Antrittsinterview<\/a>). Haben sich f\u00fcr dich seither deine Forschungsschwerpunkte ge\u00e4ndert und wenn ja inwiefern und weshalb?<\/b><\/h3>\n<p>Ja, die Schwerpunkte der Professur haben sich verschoben. Als ich 2008 an die ETH Z\u00fcrich berufen wurde, war das Thema der \u00d6kosystemleistungen \u2013 also Leistungen, die \u00d6kosysteme f\u00fcr Menschen erbringen \u2013 noch wenig etabliert. Das Konzept der \u00d6kosystemleistungen verbindet Umwelt und Soziales und erm\u00f6glicht eine umfassende Sicht auf Mensch-Umwelt-Beziehungen. Es wurde immer mehr nach ihrer Integration in entscheidungsunterst\u00fctzende Systeme f\u00fcr eine nachhaltige Landschaftsplanung gefragt. Viele Projekte wurden darauf aufgebaut.<br \/>\nDie Thematik hat dann aber einige interessante neue T\u00fcren ge\u00f6ffnet. Die Frage, wie Landnutzung unter zunehmender Globalisierung und dem Klimawandel optimiert werden kann und wie die verschiedensten Interessen im Entscheidungsprozess ber\u00fccksichtigt werden k\u00f6nnen, nimmt immer mehr Ressourcen der Professur in Anspruch. So fokussieren die neueren Projekte in Asien und Afrika vermehrt auf das Entwerfen lokaler Landschaftsentwicklungsmuster. Dabei werden die Abh\u00e4ngigkeiten und Einfl\u00fcsse von an anderen Orten ablaufenden landschaftsrelevanten Prozessen ber\u00fccksichtigt. Dies bedingt eine zunehmende Zusammenarbeit mit lokalen und globalen Akteuren und erm\u00f6glicht, die Landschaftsentwicklungsprozesse der Schweiz in einer internationaleren Perspektive zu reflektieren.<\/p>\n<h3><b>Was waren f\u00fcr dich Meilensteine im Zusammenhang mit der interdisziplin\u00e4ren Zusammenarbeit innerhalb des NSL?<\/b><\/h3>\n<p>Das letzte Werkstattgespr\u00e4ch zum Future Cities Laboratory (FCL) sowie das Nationale Forschungsprojekt 65 \u00abNeue Urbane Qualit\u00e4t\u00bb haben gezeigt, dass diese Zusammenarbeit (nicht nur zwischen einigen Professuren, sondern auch zwischen den Departementen an der ETH Z\u00fcrich) notwendig ist, um L\u00f6sungen f\u00fcr die immer komplexer werdenden Fragen der Raumentwicklung formulieren zu k\u00f6nnen. Eine praxistaugliche, nachhaltige Flussrevitalisierung in einer asiatischen Mega-City kann nur durch den intensiven Austausch zwischen HydrologInnen, PlanerInnen, und ArchitektInnen geschehen \u2013 ein gutes Beispiel einer interdisziplin\u00e4ren Arbeit mit Professuren des NSL im Rahmen des FCL in Singapur. Auch in der Lehre ist diese Zusammenarbeit dringend erforderlich: Das interdepartementale \u00abLandscape Visualization and Modeling Lab\u00bb, eine Zusammenarbeit zwischen dem D-ARCH (Departement Architektur) und dem D-BAUG (Departement Bau, Umwelt und Geomatik), sorgt daf\u00fcr, dass die ETH-Landschaftsplanenden auf dem neusten Stand in der Landschaftsarchitektur ausgebildet werden und vice versa. Diese breite interdisziplin\u00e4re Ausbildung stellt sicher, dass unsere Absolvierenden ihr hoch spezialisiertes Wissen auch breit anwenden und somit umfassende L\u00f6sungen formulieren und umsetzen k\u00f6nnen.<\/p>\n<h3><b>Du warst bereits am Ende deiner Doktorarbeit am NSL und kennst dieses daher sehr lange. Wo siehst du die St\u00e4rken und das Potenzial des NSL?<\/b><\/h3>\n<p>Das NSL bietet genau die richtige Plattform, um raumrelevante Projekte integrativ anzugehen und einen Lernprozess zwischen den Disziplinen zu f\u00f6rdern. Das Potential dieser Zusammenarbeit liegt aber nicht nur im Austausch von Wissen, sondern \u00fcberhaupt im Schaffen des Bewusstseins f\u00fcr das Vorhandensein eines Kreativsektors mit gemeinsamen Interessen. Die gemeinsame und gleichzeitige Bearbeitung vieler aktueller, komplexer raumrelevanter Fragestellungen ist national und international wenig sichtbar. Es braucht aber diese gemeinsame Kompetenz, um die komplexen Landschafts- und Raumentwicklungsherausforderungen im interdisziplin\u00e4ren Dialog erfolgreich anzugehen.<\/p>\n<h3><b>Wie hast du deinen Sabbatical erlebt?<\/b><\/h3>\n<p>Sabbatical war f\u00fcr mich Zeit: Zun\u00e4chst Zeit, um offen f\u00fcr Erstaunliches und \u00dcberraschendes zu sein. Es war aber mehr als das: Es war eine Zeit f\u00fcr das Erschliessen von Sinn \u2013 ein Zustand, den ich im jetzigen Alltag nicht verlieren m\u00f6chte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Prof. Dr. Adrienne Gr\u00eat-Regamey \u00fcbernimmt vom 1. August 2015 bis 31. Juli 2017 die Leitung des NSL von Prof. Dr. Marc M. Ang\u00e9lil. Wir haben Frau Gr\u00eat-Regamey einige Fragen \u00fcber Forschungsschwerpunkte, St\u00e4rken und Potenzial des NSL sowie ihren Sabbatical gestellt. 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